Fast alle wollen Standards – solange der Standard der eigenen Lösung entspricht. In internationalen Rollouts, Infrastrukturprojekten und Outsourcing-Vorhaben habe ich immer wieder erlebt: Die Technik ist selten der härteste Teil der Standardisierung. Schwieriger sind lokale Ausnahmen, gewachsene Machtstrukturen und die Sorge, Kontrolle zu verlieren.
Deshalb braucht Standardisierung drei Dinge: 1. Ein klares Zielbild: Welchen messbaren Nutzen erzeugt der Standard? 2.
Transparente Ausnahmen: Welche Abweichung ist wirklich geschäftlich notwendig? 3. Konsequente Governance: Wer entscheidet, wann eine Ausnahme endet?
Ein Standard ohne akzeptierten Entscheidungsprozess wird zur Empfehlung. Ein Standard ohne Raum für begründete Ausnahmen wird umgangen. Die Kunst liegt nicht in maximaler Einheitlichkeit, sondern in bewusst gesteuerter Vielfalt.
Welche Ausnahme hat sich in Ihrer Organisation längst zum heimlichen Standard entwickelt?
