Scrum wird nicht wirksam, nur weil Rollen benannt und Meetings terminiert wurden. Methoden treffen immer auf Kultur: auf Entscheidungsverhalten, Fehlerverständnis, Hierarchie, Tempo und den Umgang mit Verantwortung. Genau darum ging es auch in meiner Publikation zum kulturellen Vergleich von Scrum: Was in einem Umfeld Selbstorganisation fördert, kann in einem anderen zu Orientierungslosigkeit oder verdeckter Kontrolle führen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wenden wir die Methode korrekt an?“ Sondern: „Welche Verhaltensänderung soll die Methode ermöglichen – und was in unserer Kultur unterstützt oder verhindert sie?“ Methoden liefern Struktur. Transformation entsteht erst, wenn Menschen ihre Zusammenarbeit verändern. Welche Methode wurde in Ihrer Organisation eingeführt, ohne die kulturellen Voraussetzungen ausreichend zu beachten?
